Das Aktionsbündnis Verlage gegen Rechts formierte sich 2016 auf der Leipziger Buchmesse. Auslöser war die Präsenz eines rechtsextremen Magazins zwischen den unabhängigen Verlagen, woraufhin sich einige Personen aus der Branche spontan zusammenschlossen, um sowohl ein Zeichen dagegen zu setzen als auch für eine offene, demokratische Gesellschaft einzutreten. „Verlage gegen Rechts“ sind dabei nicht nur die Personen, die im Verlag arbeiten, sondern alle, die Bücher machen – also auch die, die schreiben, übersetzen, gestalten, verbreiten und vermitteln. Im Jahr 2023 sollen sich bereits über 80 Verlage sowie 200 Einzelpersonen und Initiativen dem Bündnis angeschlossen haben.
Am 1. Juli 2024 erfolgte ein Open Call für „Plakate gegen Rechts“. Ziel dieser Aktion: Raum einzunehmen, Öffentlichkeit zu gestalten und zu zeigen, dass viele Menschen gegen Rechts einstehen. Von über 600 eingereichten Entwürfen sind mehr als 350 seit dem 23. Dezember 2024 auf der Website zum Download verfügbar. Seit dem 21. Januar dieses Jahres können außerdem Plakatsets in den Formaten A1 und A3 bestellt werden. Die Plakat-Zeitung „Augen auf!“, das Publikations-Debüt des Aktionsbündnisses, erschien am 31. Januar und enthält 30 Plakatmotive.
Über Instagram war ich zwar bereits auf „Verlage gegen Rechts“ und die Aktion „Plakate gegen Rechts“ aufmerksam geworden, aber ich war dennoch überrascht, als ich bereits am vergangenen Wochenende eines der Motive hier in Frankfurt am Main, genauer gesagt in der Berger Straße in Bornheim, entdeckte. Es war in einem deutlich größeren Format als auf der Website angegeben und nicht an einem Kulturort, Schaufenster einer Buchhandlung oder Eingangsbereich einer Bar/Kneipe angebracht, sondern in einem Städtereklame-Leuchtkasten eingesetzt – eine Art der Präsentation, die ich, anlässlich anderer politischen Themen, bisher überwiegend vom bundesweit bekannten Kollektiv „Dies irae“ kannte. Während das eben beschriebene Plakate bereits entfernt wurde, ließ sich ein weiteres Motiv, das ebenfalls der Aktion „Plakate gegen Rechts“ entsprungen ist, Anfang dieser Woche im Ostend entdecken.

Thomas Nohl (Instagram: @thmsnhl)

Robert Sander (Instagram: @sanderrobert.design)
Ein Artikel, der gestern in der Frankfurter Rundschau erschien, zeigt vier Plakate, darunter auch die beiden, die hier zu sehen sind, und verweist dabei auf das mir bisher unbekannte Kollektiv Kleistermeister:innen (Instagram: @kleistermeister_innen), mit dem man sogar kommuniziert hat. Das finde ich insofern kurios, wenn nicht sogar befremdlich, da mindestens zwei dieser Plakate aus der Aktion „Plakate gegen Rechts“ stammen – nämlich „D IE AFD ISTE INSCH EISSVE REINUND … …“ und „soll darf kann möchte ich muss ich jetzt politisch …“ – es steht ja sogar, sehr klein geschrieben, auf den Plakaten! Jede*r, der*die diesen FR-Artikel gelesen hat, wird davon ausgehen, dass wer solche Aktionen durchführt, natürlich auch diese Plakate gestaltet hat, das sind ja keine Aufkleber, die es irgendwo zum Mitnehmen gibt oder verteilt werden und von x-beliebigen Personen verklebt werden können. Auch wenn die Sichtbarkeit dieser Plakate, vielleicht nicht unbedingt in solchen Leuchtkästen, das Anliegen der Aktion ist, sollte man nicht verschweigen, was und wer bei einigen Plakaten dahintersteckt, also sei es die Aktion an sich als auch die einzelnen Gestalter*innen.