Bereits Ende Juni hatte ich hier im Blog auf die Fortsetzung des Projekts Augmented Bahnhofsviertel aufmerksam gemacht. Im Gegensatz zur Premiere im vergangenen Jahr wollte ich das diesmal auch ausprobieren und so begab ich mich an einigen Tagen im Juli und auch nochmal Anfang August zu einigen der auf der Website des Projekts in einer Map markierten Spots, die sich entgegen des Projektnamens nicht nur im Bahnhofsviertel, sondern auch in der Innenstadt befinden.
Theoretisch ist die Nutzung ganz einfach. Am Standort einer Arbeit macht eine Ausstellungstafel auf das Projekt aufmerksam und mit der Fotokamera des Smartphones scannt man den darauf befindlichen Quick-Response-Code ab und der Vorgang ist damit eingeleitet. Die Schritte ab diesem Moment habe ich mit Screenshots während des Vorgangs anhand der bei der Euro-Skulptur befindlichen Arbeit „Xenoglossy I“ von Tina Kohlmann dokumentiert.
Bei mir dauerte diese Prozedur manchmal nur wenige Sekunden, nicht selten aber auch 3 bis 4 Minuten, also bis im Display die Kamera freigeschaltet war und ich mit der Betrachtung/Nutzung des Objekts beginnen konnte. Möglicherweise variieren diese Zeiten je Netz, Zeitpunkt und Hardware, aber angesichts der bisherigen, zugegebenermaßen überschaubaren Erfahrungen mit Augmented Reality, hab eich das zuweilen als eine recht lange Zeit empfunden. Man braucht neben einem Smartphone mit vollem Akku also durchaus auch etwas Zeit und Geduld. Bei manchen Arbeiten habe ich mich zudem gefragt, ob das alles so sein soll, wie ich sie erlebt habe, weil manchmal die Darstellung nicht einwandfrei wirkte, Ton zu hören, aber nichts zu sehen war u. ä.
Da wie bereits erwähnt die Ladevorgänge schon etwas Zeit in Anspruch genommen haben und ich zwischendurch auch zu einigen Spots gelaufen war, an denen schon gar nicht mehr die Ausstellungstafeln hingen – offenbar wird das nicht gecheckt oder es wurde jeweils nur eine produziert, so dass diese gar nicht ersetzt werden können – war ich zwischenzeitlich nur noch bedingt motiviert, noch mehr Zeit zu investieren. Erst als ich am Rechner daheim auf der Website des Projekts die Prozedur einleiten wollte – macht natürlich überhaupt keinen Sinn, da es standortbezogene Arbeiten sind – wurde ein Link angezeigt, den man alternativ per Smartphone oder Tablet nutzen kann. Unterwegs vom Smartphone wurde jedoch nur der Vorgang zum Scannen des QR-Codes an der Ausstellungstafel angeboten. Also habe ich mir einige Links notiert und diese anschließend am eigentlichen Standort mit dem Smartphone genutzt, um auch Arbeiten ohne Ausstellungstafel betrachten zu können.
Von dem, was ich gesehen habe, haben mich besonders die Arbeiten von Tina Kohlmann an der Euro-Skulptur und von Parastou Forouhar auf dem Holbeinsteg angesprochen, wobei mich „Unwetter auf dem Steg“ mit Figuren, die in ihrer Machart so ähnlich auch in vorherigen Arbeiten („Watermarks“, „Portraits“) der iranischen Künstlerin zu sehen waren, am meisten beeindruckte. Auch gut: Nouria Behlouls „Friendly Reminder“ und Sonja Yakovlevas „Knusperhäuschen“.